Uschi Erlewein - Die Geschichtenspielerin -

Geschichtenspielerin
• Daheim geboren unter Eisblumen
im winterlichen
Heilbronn.
• Lernte laufen im Zeitalter der "neuen Form",
rund um den Nierentisch.
• Fährt ein rotes Auto und am liebsten Rad.
• Spielt gern mit Puppen und Masken, malt auch
und näht sich Rüschen  an die Hose.
Klinikclown mit wechselndem Kopfschmuck.
• Beruf : mehrere zur Auswahl,
je nach Situation auch mit Diplom.
• Wünschte den Vögele gute Nacht,
las unter der Bettdecke und hörte den Ameisen zu.

Geschichtenspielerin2
Tony Montanaro ( Maine / USA) lehrte ihr
"
Storytelling is a high art-form " und gab ihr 
das nötige Handwerkszeug  zum Geschichtenerzählen.
• Sammelte viele Geschichten-Samenkörner
über die Jahre. Züchtet seither in ihrem Garten
Geschichten, gießt sie gut und wenn sie reif sind,
verteilt sie die Ernte unter den Zuhörern .
• Spricht gern
englisch.
• Studium und Arbeit führten sie nach Finnland, USA, Indonesien, den mittleren Osten,
in den Himalaya, die Mongolei und in zahlreiche europäische Länder.
Heilbronner_Klinikclowns
• Übersetzt und spielt indianische, sibirische, tibetische,
afrikanische, asiatische Geschichten in Zusammenarbeit mit dem staatl. Museum für Völkerkunde
Linden-Museum / Stuttgart.
• Seit Frühjahr 2004 im
Linden-Museum / Stuttgart regelmäßig zu erleben
mit der Erzählreihe: "Die weite Welt in Worten" 
• Sie erzählte ihre Geschichten in Finnland, Nordamerika, Frankreich und in vielen Orten in Deutschland .
• Als
Regisseurin und professionelle Erzählerin
Frei & schaffend


▼ Vita

Uschi Erlewein

Rückschau:
• Mehrjähriges Studium und Tätigkeit in den Bereichen
Puppenbau / Puppenspiel, Malerei / Graphik
• Darstellende & bildende Künstlerin, freischaffend seit 1984
• 1982-1996 Keramikwerkstatt und Ausstellungen
• Seit 1985 Dipl. Kunsttherapeutin
• 1992- 2001 Dozentin /
Hochschule f. Kunsttherapie Nürtingen
• 1996-1998 Leitung des Studienganges f. Kunsttherapie
(
North Karelia Polytechnic, Finnland )
• Studienreisen ( Europa, Naher Osten, Nordamerika,
Südostasien, Himalaya, Zentralasien )
• Internationale Lehrtätigkeit ( Improvisation, Maskenbau, Masken- und Schattenspiel,
Papiertheater, Kreativitätstraining, Kunsttherapie, Therapeutisches Puppenspiel )
• Bühnenbild, Ausstattung, Regieassistenz, Regie
• 2001-2011
Klinikclown Nitzi im Kinderkrankenhaus, Seniorenheim
• Bis 2011 Bühnenprogramm mit den Heilbronner Klinikclowns
( Kilian-Theaterpreis 2007 )
• Erzählkurse und -fortbildungen

Mitglied in:
Deutsche Gesellschaft für therapeutisches Puppenspiel (DGTP)
Roy Hart Theatre ( Thoiras, Frankreich )
Landesverband freier Theater (LaFT)

Aktuell:
• Seit 1993 Studium von Mime, Improvisation, Clowning, Storytelling
bei Tony Montanaro und Karen Hurll – Montanaro ( "Tanzspiel" / USA )
• Div. Ausbildungen und internationale Masterclasses in
Kreativitätstraining, Feldenkrais,Tanz, Stimmimprovisation
• Instrumente: Garkleinflötlein, Drehleier, Querflöte, Maultrommel
• Sprachen: Englisch, Französisch, Schwäbisch, Kauderwelsch, Körpersprache
Regie, Coach u.a. auch für professionelle Erzähler
• Seit 2006 Koproduktion ( Regie ) mit dem
FEX-Theater
• Seit 2009
Projekt Land in Sicht - Theater, Geschichten und mehr
( spartenübergreifendes Künstlernetzwerk )
Stückeschreiberin, Geschichtenschreiberin, Erzählerin
Soloprogramme als Geschichtenspielerin
• Hauptberufliche,
professionelle Erzählerin


Das Wichtigste:
Ich bin eine Geschichtenerzählerin und sammle Augenblicke


▼ Portrait

Wenn Geschichten lebendig werden - Uschi Erlewein im Portrait

Sie will mehr als nur die Gebrüder Grimm nacherzählen: Uschi Erleweins Repertoire umfasst Mythen, Legenden und Märchen aus fernen Ländern. Nach sorgfältiger Recherche über die jeweilige Kultur schlüpft die Geschichtenspielerin mit Stimme und Körper in die Gestalt ihrer Figuren.

„Ich will mein Pferd nicht verkaufen.“ Die Stimme des mongolischen Jungen Sukhe zittert, unterwürfig duckt er sich vor dem Khan. Der richtet sich zu seiner vollen Größe auf und verschränkt die Arme. „Bringt mir das Pferd, tot oder lebendig“, tönt er und lässt den Jungen wegjagen. Die Zuschauer verfolgen gebannt die Szene auf der Bühne des Kulturhauses in Neckarbischofsheim. Vor ihren Augen verschmelzen Sukhe und der Khan zu einer einzigen Person. Und die heißt Uschi Erlewein, von Beruf Geschichtenspielerin. Mit ihren Erzählungen aus Steppe und Taiga eröffnet sie nach der Sommerpause ihre neue Spielsaison.

Mal flattert Erlewein als Rabe über die Bühne, mal sammelt sie als mongolische Großmutter imaginäre Kuhfladen zum Heizen. Dabei klingeln Schamanenglöckchen an ihrem Filzgewand, das mongolische Schultertäschchen baumelt hin und her, am Rücken wehen Schnüre aus Pferdehaaren. Erleweins blonde Zöpfe gucken unter einer Motorradkappe hervor. Eine Motorradkappe? „Ich wollte kein Originalkostüm, ich bin ja nicht von da“, sagt die Künstlerin. Sich genauso wie eine Mongolin zu kleiden, sei für sie ein Abklatsch, eine billige Kopie: „Ich bin mir bewusst, dass ich traditionelle Geschichten aus der Kultur erzähle. Aber ich bin ich, und ich kann nicht aus mir heraus.“

„Ich“ ist die in Heilbronn geborene und wohnhafte Uschi Erlewein. Weitere persönliche Angaben möchte sie nicht machen: „Ich denke, es gibt Wichtigeres. Alter, Geburtstag und Familienstand finde ich nicht so wesentlich.“ Während sie mit leiser Stimme von sich erzählt, sitzt sie auf der Terrasse eines Cafés in der Sonne und nippt an ihrem chinesischen Pilochung-Tee. Sie setzt die Tasse ab und befreit sich aus der dunkelblauen Kapuzenjacke. Eine schillernde Korallenkette kommt zum Vorschein. Darüber ein rotes Halstuch, das sie mit einem farbenfrohen „Panjabi“ kombiniert, einer Tunika und legeren Hose aus Baumwolle. „Das ist die traditionelle Kleidung von Inderinnen“, erzählt sie. Die Kombination hat sie sich im indischen Ladakh nähen lassen. Vier Wochen hat sie im Sommer dort verbracht, um für ihr neues Programm „Geschichten vom Dach der Welt“ zu recherchieren.

Mythen, Legenden und Märchen aus Afrika, der Südsee, Nordamerika oder Asien: Das ist die Leidenschaft Erleweins. Die Erzählungen der Gebrüder Grimm lassen sie eher kalt. „Ich finde es schön, wenn die Menschen sich damit beschäftigen, aber ich kriege da keinen Kick“, sagt sie. Die Künstlerin, die sich schon lange für Geschichten und andere Kulturen interessierte, erhielt Mitte der 90er Jahre eine Sammlung von Geschichten der Inuit. „Es ist schwer zu beschreiben, aber etwas traf mich in innerster Seele“, sagt sie heute. Kurz darauf trat Erlewein mit dem Stuttgarter
Linden-Museum, dem Staatlichen Museum für Völkerkunde, in Kontakt, in dem sie seit sieben Jahren regelmäßig als Geschichtenspielerin auftritt. Das Museum sei ihr Laboratorium: Von dort stammen die meisten ihrer Geschichten. Dort lernt sie Wissenschaftler kennen, die sich mit der Erzähltradition beschäftigen. Dort gibt es eine Bibliothek und einen Fundus.


Geschichten verlebendigen
Das Wichtigste sei aber nicht, unbekannte Geschichten zu sammeln und als Einzige zu erzählen, sagt sie mit scherzhaft raffender Armbewegung und gierigem Gesichtsausdruck. „Es ist mir viel wichtiger, die Geschichten zu verlebendigen.“ Sprich: „Wie ich erzähle und nicht so sehr was.“ Um dieses Ziel zu erreichen, reist Erlewein so oft es geht in die Herkunftsländer der Geschichten. Sie studiert die Ausdrucksweise der Einheimischen, beobachtet deren Körpersprache, nimmt die Atmosphäre des Landes in sich auf: „Es gehört zu meinem künstlerischen Verständnis, dass ich eine Geschichte aus Japan nicht in der gleichen Körperhaltung erzähle wie eine aus Afrika.“ Auch das Internet und Fernsehen zieht sie zur Recherche heran. Um das Lebensgefühl der jeweiligen Kultur besser zu verstehen, belegte sie sogar traditionelle Tanzkurse wie etwa hawaiianischen Hulatanz.

„Das Kreative und der eigene Ausdruck waren ihr schon immer wahnsinnig wichtig“, sagt
Natasa Rikanovic, Mitglied der Heilbronner Klinikclowns. „Man merkt ihr das Vertrauen in die eigene Sache an, dass sie ihr eigenes Ding gefunden hat mit ihren Geschichten.“ Zum Geschichtenspielen kam Erlewein jedoch auf Umwegen. Anfang der 80er Jahre studierte sie Puppenbau und -spiel in Stuttgart, später Malerei und Grafik. Nach jahrelanger Tätigkeit als Puppenspielerin arbeitete sie ab Mitte der 80er Jahre als Kunsttherapeutin. Sie lehrte Kunsttherapie an der Hochschule in Nürtingen und übernahm die Leitung des Fachs an einer Hochschule in Finnland. Während ihrer Dozententätigkeit in Nürtingen lernte sie den Theaterlehrer Tony Montanaro kennen. Er unterrichtete sie über Jahre hinweg in Körpertheater, Pantomime und Improvisation. 2001 gab Erlewein das Unterrichten auf und schloss sich den Heilbronner Klinikclowns an. Grund: „Mein Bedürfnis zu schaffen war viel größer als meine helfende Seite“, sagt sie. Parallel zu diesem „Brotberuf“ baute sie ihr Geschichtenprogramm auf. „Anfangs dachte ich, ich könnte beide Tätigkeiten parallel machen“, sagt sie. Aber dann habe sie gemerkt, dass sie alles auf eine Karte setzen müsse. Nach und nach zog sie sich von den Klinikclowns zurück. Es sei eine schwierige Entscheidung gewesen, gibt sie zu.

Erlewein stützt die Ellbogen auf dem Tisch ab und verschränkt die Hände vor dem Gesicht, eine typische Geste. Sie spricht langsam, überlegt ihre Antworten sorgfältig. Sie beginnt Sätze, bricht sie ab, schlägt eine neue Route ein, kehrt aber immer zum Ursprungsgedanken zurück. Oft wandern ihre Augen ab. Wenn sie über Gefühle spricht, schließt sie sie manchmal. Anders als auf der Bühne, macht sie keinen Hehl aus ihrem schwäbischen Dialekt. „Ich hatte mal eine Sprecherzieherin, die wollte ihn mir ganz wegtrainieren“, sagt sie. „Aber das wollte ich nicht, das bin dann nicht mehr ich.“


Innere Bilder schaffen
Sieben Programme hat Uschi Erlewein in den letzten sieben Jahren ausgearbeitet. Jedes von ihnen hat Geschichten aus einer anderen Kultur zum Thema. Doch nicht nur die fremdländische Thematik unterscheidet die Künstlerin von ihren deutschen Kollegen. Martin Fuchs, der Inhaber des
Figurentheaters Fex in Helmstadt- Bargen, beschreibt Erlewein so: „Der Unterschied zu anderen Erzählern ist, dass sie sehr viel mit Bewegung, Mimik und Tanz macht. Dadurch entstehen innere Bilder, sowohl bei ihr selbst als auch bei den Zuschauern.“ Ihre Stellung in der Welt der Geschichtenerzähler hält er für einzigartig, „weil sie nicht dem Klischee entspricht“.

Anfangs war es der Kontakt zu
nordamerikanischen Indianern, die Erlewein dazu inspirierten, mit dem ganzen Körper zu erzählen. Der Heilbronnerin, die bis zu dem Zeitpunkt nur sitzende Erzählmethoden kannte, fiel auf: „Die Indianer springen in der Gegend herum, nehmen ein Instrument und tanzen. Da hat es bei mir ‚Aha’ gemacht.“ Das spätere Zusammentreffen mit anderen Kulturen bestätigte sie in dieser Erzählweise. Die traditionelle Bezeichnung des Geschichtenerzählers fand Erlewein unpassend für sich und nannte sich schließlich Geschichtenspielerin.
„Dass ich im Stehen und mit Körpersprache und direkter Rede spiele, ist für viele in der Szene ein Fauxpas“, kritisiert sie. Richtiges oder falsches Erzählen gebe es in ihren Augen aber nicht. Es gebe nur, dass jemand stimmig für seine Person erzähle. Viele Erzähler würden die Geschichten aber zu sehr psychologisieren, zu oft liege der Schwerpunkt auf der Symbolik. „Symbole sind sicherlich wichtig“, sagt sie, „aber zum Verständnis reicht das nicht.“

Kritik an sich selbst versteht Erlewein als Lernprozess. Manchmal hätten die Kritiker recht. Ungerechtfertigte Kritik an ihrer individuellen
Erzählweise nimmt sie aber nicht ernst: „An meiner Arbeit würde das nichts ändern. Ich erzähle so, wie ich es für richtig halte.“

Das Wichtigste für sie sei, der jeweiligen Kultur Wertschätzung entgegenzubringen und dem Geist der Geschichte gerecht zu werden. Und den muss sich Erlewein erst erschließen. Neue Geschichten liest die Künstlerin mehrmals, um festzustellen, ob sie in ihr eine „Resonanz erzeugen“. In den meisten Fällen übersetzt sie die Texte aus der englischen Vorlage. Und das mache sie gern, denn das sei wie ein erstes Kennenlernen der ganzen Struktur, der Dynamik, der Elemente der Geschichte. Anschließend schreibt sie verschiedene Variationen der Geschichte, entfernt „für die Atmosphäre überflüssige Elemente“ wie etwa Adjektive und Adverbien, studiert die Charaktere und betreibt Recherche.

Die Art und Weise wie sie an ihren Geschichten arbeite, sei vergleichbar mit dem Ausspruch von Käthe Kollwitz: „Ich arbeite in der Kunst wie eine Kuh, die grast“, sagt Erlewein und lacht. An der Zunge der Kühe bliebe nur hängen, was die Tiere mögen. „Sie schlucken es, und dann bleibt es eine Weile im Magen. Irgendwann kommt es dann wieder hoch“, sagt die Geschichtenspielerin und fingiert ein Aufstoßen. Sie arbeite ständig an mehreren Geschichten, an einigen jahrelang. „Manches wird dann zu Milch“, sagt sie. Aber einige der Geschichten verwerfe sie auch wieder: „Ich darf auch Mist machen, denn ohne den Mist, ohne den Dünger würden nicht die guten Kräuter auf der Wiese wachsen.“ Starr bleiben die Geschichten jedoch nie. Auf der Bühne ist sie offen für Improvisation, lässt die Charaktere mitentscheiden, wie sie sich ausdrücken wollen.

Obwohl Erlewein in ihrem Beruf aufgeht, bleiben Zweifel nicht aus. Besonders wenn der Druck groß sei, wenn sie nicht genug Zeit habe, sich auf ein neues Programm vorzubereiten. „Aber wenn ich ans Zweifeln komme, ist das ein gutes Zeichen“, sagt sie. Dann stehe sie kurz davor, ein Problem in der Programmgestaltung zu lösen. „Das ist ein ganz sensibler Moment. Wenn ich da ausbüchse und anfange, Fenster zu putzen, oder das Telefon klingelt, ist der Moment weg.“ Deshalb dürfen auch Gäste nur in Ausnahmefällen das Atelier in ihrer Wohnung betreten.


In ganz Deutschland auftreten
Neben ihren Engagements im Stuttgarter Linden-Museum tritt Erlewein deutschlandweit in Büchereien, kleinen Theatern oder Kulturvereinen auf. Am liebsten spielt sie vor gemischtem Publikum, vor Groß und Klein: „Die Kulturen, aus denen ich die Geschichten erzähle, machen keinen Unterschied zwischen Kinder- und Erwachsenengeschichten“, sagt sie. „Das ist absolut ein Ding von unserem Bildungsbürgertum.“ Regelmäßig sind ihre Engagements jedoch nicht. Kann man vom Geschichtenspielen überhaupt leben? „Ich lebe doch noch“, scherzt die Künstlerin. Zu den Großverdienern in Deutschland gehöre sie nicht, formuliert sie vorsichtig, aber sie habe ihre Prioritäten. „Mir ist es nicht wichtig, ein dickes Auto zu fahren. Ich habe das Gefühl, ich kann mir leisten, was mir wichtig ist“, sagt sie.

Während der auftragsarmen Sommerzeit führt sie manchmal Regie im Helmstädter
Figurentheater Fex, erarbeitet neues Material und recherchiert. Zeit für Hobbys braucht sie nicht. Erlewein zitiert Martin Fuchs vom Fex-Theater: „Es gibt keine Arbeitszeit, es gibt keine Freizeit, es gibt nur Lebenszeit.“ Das sei für sie alles eins. Einen Film im Kino sehen, im Café Menschen beobachten oder einen neuen Tanz lernen: All das trage zu ihrer Kunst bei.

Natasa Rikanovic von den Heilbronner Klinikclowns hat die Entwicklung Erleweins zur Geschichtenspielerin verfolgt, sie früher durch leichte Korrekturen unterstützt. „Das hat sich wahnsinnig entwickelt“, sagt sie heute. In der Welt der Geschichtenerzähler habe Erlewein eine wichtige Stellung, aber da könne sie noch weiter hoch, glaubt Rikanovic. Erlewein selbst formuliert ihr Zukunftsziel bescheiden: „Ich möchte gern dabei bleiben. Ich möchte es schaffen, dass meine Arbeit mir noch anstrengungsloser von der Hand geht und sie die Leute ein bisschen inspiriert.“
Erzählt sie privat auch so gerne? „Hört man das nicht?“, antwortet die Geschichtenspielerin und lacht herzhaft. Darüber, wie sie sich selbst sieht, möchte Uschi Erlewein aber nicht erzählen. „Das ist mir zu festlegend“, sagt sie. „Ich mag auch keine Geschichten, wo am Ende die Moral kommt. Ich möchte lieber das Bild so stehen lassen.“ So wie sie es auf der Bühne tut. Sie moralisiert nicht, sie erklärt die Figuren nicht. Sie spielt sie einfach.

Der mongolische Junge Sukhe ist inzwischen neben seinem Pferd auf den Boden gesunken. Das von den Pfeilen des Khan durchbohrte Tier stirbt in den Armen seines Freundes. In der Nacht darauf erscheint es dem Jungen im Traum, rät ihm aus seinem Schädel und Haaren ein Instrument zu bauen. „Und seit damals werden in der Mongolei Pferdekopfgeigen hergestellt“, erzählt Erlewein dem Publikum. Wie in Zeitlupe schwingt sie die Arme von rechts nach links, dreht sich und stimmt einen mongolischen Gesang an. Für die Zuschauer bedeutet das:
Auf zur nächsten Geschichte.

( Autorin: Angelika Bohn, Oktober 2011 )

▼ Netzwerk

Freunde und Kollegen

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Werkstatt Engel
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Stimmlehrer, Roy-Hart-Theater, Hannover

▼ Danke

Mein Dank an alle, bei denen ich lernen darf/durfte:

Tony Montanaro ( Improvisation, Mime, Storytelling, Clowning )
Karen Hurll - Montanaro ( Ballet, Mime, Improvisation )
Leland Faulkner ( Mime, Storytelling )
• Natan Gardah ( Moderndance, Feldenkrais )
Veit - Utz Bross ( Puppenspiel, Puppenbau )
Roy Hart Theatre: Carol Mendelsohn, David Goldsworthy,
Robert Harvey, Rossignol Derek, Saule Ryan,
Ulrik Rømer Barfod ( Stimmimprovisation )
Hosoo ( mongolischer Kehlkopfgesang Hömii )
Kumu Hula Roselle Bailey ( Hawaiian Hula-dance )
....   und all den hier nicht genannten


" Du lernst ein Leben lang und das hört erst auf,
wenn du Erde in den Ohren hast. "
(
Kimani Maruge, Kenia, aus dem Film: " Ältester Schüler der Welt " )



Nitzi
‎" Heute will ich aus dem Rahmen fallen und weich landen,
dann zu der Musik in meinem Kopf
schön aus der Reihe tanzen,
mich zum Ausruh´n zwischen die Stühle setzen,
danach ein bisschen gegen den Strom schwimmen,
unter allem Geschwätz wegtauchen
...und am Ufer der Phantasie
so lange den Sonnenschein genießen,
bis dem Ernst des Lebens das Lachen vergangen ist."

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